Umgestaltung Rudolfstrasse und unterirdische Velostation
Studienauftrag 2013, 1. Preis
Ausführung 2018 -2021
Rudolfstrasse
8400 Winterthur
Die Rudolfstrasse nimmt im Gesamtprojekt «Masterplan Stadtraum Bahnhof» eine bedeutende Rolle ein. Sie bildet das urbane, lebendige Zentrum des Quartiers Neuwiesen und fungiert als wichtiger Umsteigeort für den Fuss- und Veloverkehr aus den Stadtteilen Töss, Wülflingen und Veltheim auf den öffentlichen Verkehr am Hauptbahnhof. Mit der Neugestaltung der Rudolfstrasse wird die rückwärtige Bahnhofseite als verkehrsberuhigte Flaniermeile mit hoher Aufenthaltsqualität etabliert und dem Neuwiesenquartier ein neues Gesicht verliehen. Aufgrund der dynamischen Entwicklung auf dem Sulzer-Areal gewinnt die Rudolfstrasse als direkte Verbindungsachse zum Bahnhof zunehmend an Bedeutung. Bereits mit der Fertigstellung der Gleisquerung Stadtmitte im Jahr 2016 wurde die Strasse als Verkehrsachse abklassiert und das Quartier insgesamt entschleunigt. Parallel zur Neugestaltung der Rudolfstrasse wurde durch die SBB die bestehende Personenunterführung Nord ausgebaut. Sie wurde stark verbreitert und bietet heute Einkaufsmöglichkeiten sowie stufenfreie Zugänge zu den Perrons. Gleichzeitig entstand eine unterirdische Veloquerung, die das Neuwiesenquartier mit der Altstadt verbindet. Durch die Verlegung von rund 700 Veloabstellplätzen in eine unterirdische Velostation konnte die Rudolfstrasse in eine grosszügige Begegnungszone transformiert werden.
Die Abgänge zur Personenunterführung sind als Sitztreppen gestaltet und laden zum Verweilen ein. Zugleich markieren sie schon aus der Distanz den Zugang zur Personenunterführung Nord. Eine neue Baumreihe aus Winterlinden vor den flankierenden Gebäuden spendet Schatten und gliedert den Strassenraum. Die unterirdische Velostation ist direkt an die Veloquerung angebunden und als 125 Meter langer Tunnel ausgebildet. Die indirekte Beleuchtung ist dimmbar und kann an das Tageslicht angepasst werden. Das Personalbüro gegenüber der Einfahrt sowie die Effektschränke zwischen den Doppelparkern zonieren den Innenraum in unterschiedliche Abschnitte. Farbige Muster auf den Oberflächen dienen der Orientierung und greifen das Motiv der Katzenaugen in Velospeichen auf. Sie sind mit denselben Reflexionsfolien versehen, wie sie auch bei Verkehrsschildern verwendet werden. Ursprünglich waren sowohl die Strassenraumgestaltung als auch die Velostation über die gesamte Länge der Rudolfstrasse geplant. Bis Ende 2021 wurde davon die erste Etappe Nord, zwischen Wülflinger- und Paulstrasse, realisiert.