Provisorisches Hotel Lauchernalp
0529

Neubau temporäres Hotel
Holzelementbau, Planung bis und mit Fertigstellung in 105 Arbeitstagen

Direktauftrag
Ausführung: August 2025 – Dezember 2025

Bergbahnstrasse 2, 
3918 Wiler (Lötschen)

Ein Berg­sturz im Früh­jahr 2025 ver­än­der­te das Löt­schen­tal grund­le­gend. Ne­ben Wohn- und In­fra­struk­tur­bau­ten traf es auch wei­te Tei­le des Gast­ge­wer­bes – rund zwei Drit­tel der Ho­tel­bet­ten gin­gen ver­lo­ren. Be­reits im Som­mer fiel der Ent­scheid für ei­nen tem­po­rä­ren Er­satz­bau. So ent­stand bis En­de 2025 ge­gen­über der Berg­sta­ti­on Lau­cher­nalp auf rund 2’000 m ü. M. in­ner­halb von nur drei Mo­na­ten ein drei­ge­schos­si­ges Ho­tel in Hol­z­ele­ment­bau­wei­se, das noch im sel­ben Jahr den Be­trieb auf­nahm. Grund­le­gend für die kur­ze Bau­zeit war ein ho­her Vor­fer­ti­gungs­grad: De­cken- und Wand­ele­men­te so­wie voll­stän­dig aus­ge­bau­te Nass­zel­len­mo­du­le wur­den im Werk vor­ge­fer­tigt und auf der Bau­stel­le mon­tiert.

Der Zu­gang zum Haus er­folgt über ei­ne vor­ge­la­ger­te Son­nen­ter­ras­se, die die Er­schlies­sung or­ga­ni­siert und di­rekt in den Ski- und Bi­ke­raum führt. Von dort ge­langt man in ei­ne klei­ne Lounge mit in­te­grier­ter Re­zep­ti­on, die flies­send in den Auf­ent­halts­be­reich über­geht. Das Ho­tel um­fasst ins­ge­samt 19 Zim­mer für bis zu 64 Gäs­te, über­wie­gend in den bei­den Ober­ge­schos­sen an­ge­ord­net und tal­wärts ori­en­tiert. Je­de Ein­heit ver­fügt über ei­ne ei­ge­ne Nass­zel­le so­wie fest ein­ge­bau­te Mö­bel. Klapp­bet­ten er­mög­li­chen un­ter­schied­li­che Be­le­gun­gen in­ner­halb der kom­pak­ten Grund­riss­struk­tur. Die Bal­ko­ne er­wei­tern die Zim­mer um ei­nen ge­schütz­ten Aus­sen­raum mit Blick ins Tal und prä­gen als durch­ge­hen­de Ebe­ne zu­gleich die Süd­ost­fas­sa­de. Sie ver­lei­hen dem Vo­lu­men Tie­fe, über­neh­men den Son­nen­schutz und ver­mit­teln zwi­schen In­nen­raum und Land­schaft.

Ma­te­ria­li­tät und Far­big­keit sind re­gio­nal ver­an­kert. Tra­di­tio­nel­le Löt­schen­ta­ler Woll­de­cken aus dem Löt­schen­ta­ler Mu­se­um bil­de­ten den Aus­gangs­punkt für das Farb­kon­zept des Bo­dens. Ih­re Mus­ter, For­men und kräf­ti­gen Grund­far­ben wur­den auf­ge­nom­men und wei­ter­ent­wi­ckelt. Aus die­ser Aus­ein­an­der­set­zung ent­stand auch ei­ne ei­gens für das Ho­tel ent­wor­fe­ne Woll­de­cke, die die cha­rak­te­ris­ti­schen Mo­ti­ve in ei­ne zeit­ge­nös­si­sche Ge­stal­tung über­führt. Die De­cke er­gänzt den kon­struk­ti­ven Holz­bau um ei­ne wei­che Ebe­ne und fügt dem Raum als na­tür­li­ches Ma­te­ri­al ei­ne war­me Tex­tur hin­zu. Ih­re kräf­ti­gen Grund­far­ben wir­ken zeit­los und frisch zu­gleich. So bleibt der re­gio­na­le Be­zug auch im De­tail ab­les­bar.