Neubau Wohnhochhäuser, 228 Wohnungen
Wettbewerb 2024
Lindenhofareal
4052 Basel
Das um 1960 erbaute, auf dem Grundstück leicht exzentrisch positionierte Lonza-Hochhaus, war lange Zeit das höchste Haus der Schweiz und ein wichtiger Merkpunkt in der Stadtsilhouette von Basel. Mit zwei zusätzlichen Türmen ergänzt, entwickelt sich das Lindenhofareal zum qualitätsvollen Ensemble im durchmischten Stadtgewebe, das Arbeit und Wohnen vereint. Das Lindenhofareal ist aufgrund der Gebäudetypologie und der trennenden Verkehrsachsen sowohl Insel wie auch Oase, stark geprägt durch den umfassenden Baumgürtel. Dieser bildet eine Art invertierten Blockrand mit strassenraumbegleitender Begrünung und innenliegender Verdichtung. Diese grüne Oase erhält eine verstärkte Vernetzung mit der Aeschenvorstadt und den beiden angrenzenden Parkanlagen durch eine Reihe von neuen Strassenübergängen.
Die architektonische Qualität und Einfachheit des geometrischen Körpers Lonza als «primus inter pares» wird betont. Im Gegensatz zur stark nach Ost & West gerichteten, zweibündigen Grundrisstypologie des Lonza-Hochhauses, sind die beiden neuen Hochhäuser allseitig orientiert. Dabei werden die Rücksprünge in der Fassade geschickt genutzt um sowohl reiche Wohnungsgrundrisse mit mehrseitigen Ausblicken zu schaffen wie auch durch das Abdrehen vom Strassenlärm, angenehme Wohnsituationen zu erreichen.
Auf Stadtebene bietet die grüne Oase grosses Potential für die Verwebung mit der näheren Umgebung: das zukünftige Potential besteht darin, den Lindenhof als grüner Trittstein innerhalb des Quartiers zu nutzen. Als dritter Park zwischen den bestehenden Anlagen wird er im Erdgeschoss mit quartiernahen Nutzungen für die neuen Bewohner, Nachbar:innen aus dem Quartier und die Mitarbeiter der Lonza ergänzt. Sie erlauben eine Durchwegung von allen drei Ecken des Grundstückes bis zur Mitte des Areals. Damit ist eine optimale Anbindung gewährleistet
Ein kompakter Erschliessungskern bildet eine robuste Grundstruktur, die eine hohe Effizienz und Flexibilität in verschiedenen Wohnungs- und Bürogrundrissen ermöglicht. Im überhohen Erdgeschoss lassen sich die Gewerbeflächen frei aufteilen und an die diversen Umgebungssituationen anpassen. Die Bürogeschosse können sowohl als Gruppenbüros wie auch in Einzelbüros unterteilt werden. Die Wohnungsgrundrisse sind ebenfalls in Leichtbau angedacht. Damit erhalten wir einen kompakten und robusten Kern mit frei einteilbaren Geschossen die eine flexible Anpassungen in der Zukunft erlauben. Das Wohnen über Eck mit maximaler Aussicht über Basel bis zu den Vogesen und dem Schwarzwald wird als übergeordnetes Thema etabliert. Hier führt der kompakte Kern zu zwei Vorhallen die sämtliche Wohnungen erschliessen. Diese Vorhallen bilden kleine Nachbarschaften von drei bis vier Wohnungen.
Während des ganzen Entwurfprozesses wurde grossen Wert auf einen gemeinsamen und respektvollen Umgang mit dem bestehenden Lonza-Hochhaus gelegt. Die beiden neuen Türme treten in einen fruchtbaren Dialog über Verwandschaft und Eigenständigkeit mit dem bestehenden Baudenkmal. Aus der Nähe gesehen sind die Neubauten zum Baudenkmal fein Nuanciert. Die Vertikalen Elemente wie das Trapezblech und die Aluminiumlisenen werden aufgenommen aber in neuem Rhythmus und Körnigkeit differenziert um deren Eigenständigkeit lesbar zu machen.