Instandsetzung der Zeughäuser 1 bis 5 auf dem Kasernenareal Zürich
Grundausbau und Mieterausbauten für ein Ambulatorium, Kontakt- und Anlaufstelle, Kulturzentrum
Planerwahl im selektiven Verfahren: 2024
Ausführung: 2028 -2032
Militär- / Zeughausstrasse / Kanonengasse
8004 Zürich
Das im 19. Jahrhundert von Staatsbauinspektor Johann Caspar Wolff erbaute Kasernenareal gehört zu den bedeutendsten Bauwerken des Historismus in der Schweiz. Gemäss des Masterplans „Zukunft Kasernenareal Zürich“ sollen auch die Zeughäuser etappenweise instandgesetzt und aktiviert werden. Der vorliegende Vorschlag nimmt auf verschiedene Nutzungen und die historische Bausubstanz Rücksicht. Durch die Stärkung der mittleren Achse, sowie der Aktivierung der vertikalen Erschliessung zum ikonischen Waffensaal hin, wird eine neue Öffentlichkeit geschaffen, welche die Zeughäuser innerhalb wie auch zum Quartier Zürich-Aussersihl hin einbindet und als ganzes Ensemble zum Ausdruck bringt.
Mit einer minimalen Eingriffstiefe nach der Strategie „as found“ wird ein prozessorientierter Lösungsvorschlag aufgezeigt. Da die Zeughäuser unter Denkmalschutz stehen, wird besondere Rücksicht auf die historischen Zeitschichten genommen. Diese werden als wertvolle Patina verstanden und dienen als Ausgangslage für den weiteren Lebenszyklus von 30 Jahren. Die Stärkung des Vorhandenen kombiniert mit minmal-invasiven Eingriffen ermöglicht einen Massnahmenkatalog, welcher auf die verschiedenen Räumlichkeiten und Nutzungsgruppen eingeht. Mittels Raum-Rochaden ist es möglich, bestehende Nutzungen während den verschiedenen Bauetappen zu erhalten. Hiermit kann für den gesamten Bauprozess eine sozialräumliche Einbindung zum Quartier hin gewährleistet sein und gestärkt werden. Das bestehende Tragwerk wird sensibel ertüchtigt und technische Erneuerungen und Ergänzungen werden zu Gunsten einer grossen Projektflexibilität einfach zugänglich sein und präzise gesetzt.
Während drei Bauetappen wird das Ensemble technisch ertüchtigt. Die Erdbebensicherheit kann mit den vorgesehenen Brandschutzmassnahmen erfolgen. Die Ertüchtigung der Decken bringt eine Scheibenwirkung mit sich. Zudem kann auf die Installation einer Sprinkleranlage verzichtet werden. Der Einsatz von Haustechnik erfolgt präzise gesetzt und so minimal wie möglich, um eine Ressourcenschonung zu gewährleisten. Über einfach zugängliche Installationen wird eine grosse Nutzungsflexibilität ermöglicht. Im gesamten Bauprozess wird die vorhandene Substanz sorgfältig geprüft und mithilfe einer Baukastensanierung die Verhältnismässigkeit geprüft. Somit wird partiell saniert, rekonstruiert oder ersetzt.