Zirkulärer Wohnungsneubau mit Bauteilwiederverwendung
Selektive Gesamtleistungsstudie 2025
Güterbahnhof Wolf
Basel
Re-Use und Re-Konfiguration
Unsere Vision zur Zirkularität erzeugt Spannung zwischen den robusten Bauteilen des Bestandes und präzise gesetzen neuen Knotenpunkten. Die Fügung, Integration und Neuinterpretation des Vorgefundenen und Fragmentarischen führt zu einer Überlagerung aus Neu und Alt und zu einer neuen narrativen Ästhetik. Die vielfältigen, unterschiedlich dimensionierten und überwiegend überhohen Betonstützen werden zum neuen Skelett. Aus den Bestandesdecken geschnittene Betonplatten werden mit schlanken Unterzügen verwebt. Expressive Fachwerkträger aus Stahl werden zu Dach- und Fassadenelementen. Die Vorhandenen Bauteile werden möglichst wenig angepasst und lediglich durch neue Knotenpunkte rekonfiguriert.
Struktur und Ausbau
Unsere Vision für diesen Stadtbaustein ist ein robustes und prägnantes statisches Gerüst, das den übergeordneten Rahmen bildet. Eine - sich aus den Abmessungen der Bestandesbauten ergebende -zweigeschossige, robuste Struktur aus wiederverwendeten Beton- und Stahlfertigteilen wird mit einer doppelgeschossig gedachten Programmierung mit unterschiedlichen Wohnkonzepten bespielt. Diese Vielfalt wird durch ein adaptiv gedachtes inklusives Materialsampling unterstützt. Die Ausbauten könnten anpassbar sein und sich mit der Nutzung weiterentwickeln. Die Strategie generiert ein lebendiges, dynamisch-performativ atmendes Hauses für unterschiedliche Lebenskonzepte und Formen des Zusammenlebens.
Identität und Erbe
Unsere Vision eines identitätsstiftenden Projektes strahlt durch seine Lage als Auftakt des neuen Wohnquartiers weit über den eigentlichen Projektperimeter aus. An einem bisher industriell geprägten Ort soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die Identität des Ortes ist in die zur Verfügung stehenden Bestandeshallen und Ihre Bauteile eingeschrieben. Grosszügige Strukturen aus Beton und Stahl, luftige und überhohe Räume, eine industrielle Materialisierung. Dies sind Eigenschaften die «vererbt» werden können und die die Identität des Ortes weiterhin prägen sollen. Uns schwebt eine kultivierte industrielle Bricolage vor. Durch die Programmierung des Erdgeschosses öffnet sich Grand Wolf zum Quartier und verwebt sich mit dem Kontext.
Suffizienz und Opulenz
Unsere Vision zur Minimierung der THG Emmissionen verbindet die Strategie das statische System aus den zur Verfügung stehenden Beton- und Stahlelementen zu entwickeln mit einem radikalen Suffizienzgedanken. Grand Wolf ist Wohnen wie im Grandhotel. Der überraschenden Grosszügigkeit der vorgefundenen, industriellen Strukturen wird eine kompakte Effizienz der Individualräume gegenübergestellt. Übersetzt wird dies in ein Programm, das minimale Appartments mit opulenten Gemeinschaftsflächen, Zusatznutzungen und Räumen der Begegnung kombiniert. Ein weitgehender Verzicht auf eine Unterkellerung und minimale Haustechnik sind weitere Bausteine für ein nachhaltiges Projekt.