Areal Otterbach
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Städtebaulicher Studienauftrag, Quartierentwicklung

Studienauftrag 2020, 1. Preis

Areal Otterbach

Der Landschaftspark Wiese formt einen 600 Hektaren grossen Grünraum im grenzübergreifenden Siedlungsgebiet von Basel, Riehen, Weil am Rhein und Lörrach. Er ist von verschiedenen landschaftlichen und architektonischen Ereignissen sowie diversen Freizeitnutzungen geprägt. Er dient vielen Tier- und Pflanzenarten als Lebens- und Rückzugsraum. Zudem ist der Landschaftsraum eine der wichtigsten Produktionsstätten von Trinkwasser. In unserem Vorschlag sind wir bestrebt, das ökologische Gleichgewicht des Landschaftsparks Wiese möglichst zu bewahren.

Das Planungsgebiet Otterbach wird durch die Bahndämme begrenzt. Eine bewaldete Gleisschlaufe bildet einen Horizont in Form eines Tropfens. Die Fließgewässer Wiese und Otterbach sowie die Nonnenholzstrasse teilen den Tropfen in unterschiedlich programmierte Landschaftsstreifen. Im Süden fallen der Tierpark Lange Erlen und der Wald bereits dem Park zu. Zusätzlich zu den privaten Gärten der Einfamilienhäuser im Norden bespielt das Projekt nun zwei weitere Streifen: die Wohnhöfe mit gemeinschaftlichen Gärten sowie die Grossstrukturen im öffentlichen Park. Mit den Grossstrukturen bleibt der Landschaftspark als Naherholungsraum für das gesamte Siedlungsgebiet Otterbach möglichst erhalten. Die bebauten Streifen weisen unterschiedliche Öffentlichkeitsgrade auf. Während die Bewohner:innen der bestehenden Einfamilienhäuser ihre privaten Gärten pflegen, bieten die neuen Wohnhöfe auf dem Baufeld Nord zusätzlich Gemeinschaftsgärten an. Man lebt an Wohnstrassen mit durchgrünten Innenhöfen und nahem Anschluss an den Landschaftspark. Im Erdgeschoss wird bodennah gewohnt. Die kleinteilige Parzellierung ermöglicht vielen Bauträgern, unterschiedliche Wohnkonzepte nach ihren Vorstellungen umzusetzen: Duplexwohnungen mit Dachterrasse, Reihenhäuser über vier Stockwerke, Terrassenhäuser, Atelierwohnungen oder Wohngemeinschaften mit Gewerberäumen.

Im Baufeld Süd gruppieren sich jeweils drei Hochbauten um einen zentralen Platz. Die Hochhäuser wachsen über den Horizont des Waldes hinaus und suchen den Bezug in die Weite, zu den Wohnhochhäusern der Schorenmatte und den hohen Industriebauten am Rheinhafen. Die Erdgeschosse dienen der Öffentlichkeit und beherbergen Quartierversorgungen, Clubräume und Freizeitnutzungen. Gewohnt wird ab dem ersten Obergeschoss. Jede Wohnung verfügt über einen begrünten Aussenraum. Die auf den Etagen zentral angeordneten Waschsalons und Gemeinschaftsräume fördern die Nachbarschaften. Auf den Dächern befinden sich Pools für das ganze Siedlungsgebiet. Es ist angedacht, dass diese Baufelder mit gemeinnützigen Bauträgern realisiert werden.

Während das Baufeld Nord über beruhigte Wohnstrassen mit Besucherparkplätzen und Parkhäusern für die Anwohner verfügt, ist das südliche Quartier vollständig für Fussgänger freigespielt. Eine neue geschwungene Achse, ähnlich eines Parkways, erschliesst punktuell die beiden Etappen auf dem Areal Süd. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels werden sämtliche Parkplätze oberirdisch im Zentrum von zwei tiefen Gebäudekomplexen angeordnet und vom Parkway direkt erschlossen.

Es wird eine Entwicklung in vier Etappen vorgeschlagen. Der Landschaftspark auf dem Baufeld Süd wird bereits mit der Realisierung der Etappe 1 auf dem Baufeld Nord allen Bewohner:innen von Otterbach zur Verfügung stehen. Der Landschaftspark wird mit den prägenden Elementen, den Lichtungen und den ersten Flurwegen ausgestattet, die an das bestehende Wegnetz anschliessen. Mit der Realisierung der Grossbauten in den Etappen 2 und 3 wird der Landschaftsraum mit Plätzen, Bäumen und weiteren Flurwegen sukzessive verdichtet. Den Abschluss bildet die Etappe 4 mit der Überbauung des ehemaligen Gewächshauses. Bei der Setzung der Hochhäuser wurden den bestehenden Windverhältnissen sowie der Besonnung der benachbarten Bauten grosse Beachtung geschenkt. Die unterschiedlichen Bebauungsstrukturen fördern eine gute Durchmischung der Bevölkerungsstruktur. Um den hohen Grundwasserspiegel nicht zu beeinträchtigen, wird auf Unterkellerungen verzichtet. Mit den durchgrünten Wohnhöfen und dem reduzierten Fussabdruck der Grossbauten wird ein ökologisches, klimabewusstes und nachhaltiges Bauen umgesetzt.